Hallux valgus
Die verschiedenen Operationen des Vorfußballens beinhalten einen Gelenkerhalt. Die Operation nach Keller Brandes ist aus unserer Sicht bei nicht sehr alten Menschen keine anzuwendende Methode mehr. Da es nun eine Vielzahl von chirurgischen Eingriffen am Ballen gibt, sind im Laufe der letzten Jahre internationale Standards aufgestellt worden, die wir anwenden und unseren Erfahrungen entsprechen. Maßgeblich für das Ausmaß der anzuwendenden Operation ist das Ausmaß der Fehlstellung des 1. Metatarsale zum 2. Metatarsale (=intermetatarsaler Winkel), der Großzehe zum Mittelfußknochen (= Hallux valgus Winkel) sowie die richtige Ausrichtung des Mittelfußköpfchens zu den Sesambeinen.
Weitere Aspekte in der Auswahl der entsprechenden Operationsverfahren sind das primäre Abweichen des Mittelfußknochens nach innen (Metatarsus primus varus), sowie Veränderungen im Bereich des Metatarsophalangealgelenkes, (=Großzehengrundgelenk) im Hinblick auf beginnende Arthrose oder bereits vorhandene Arthrose.
Gelenkerhaltende Operationen
Beim einfachen Hallux valgus ist die so genannte Chevronosteotomie die Operation, die je nach Technik und Stellung des Gesamtvorfußes in einer verkürzenden Länge erhaltende oder verlängernde Technik für den 1. Mittelfußknochen durchgeführt werden kann. In der Regel wird diese sehr stabile Durchtrennung des Knochens nur mit einem kleinen Spickdraht fixiert, der nach 4 Wochen entfernt wird, so dass keine Fremdkörper im Knochen verbleiben.
Bei mittleren Fehlstellungen kommen 2 Techniken in Frage:
1)
Bei der Scarfosteotomie wird der Knochen Z-förmig durchtrennt und dann das Köpfchen nach lateral verschoben und mit 2 Titanschrauben befestigt.
2)
Die Ludlofosteotomie ist eine schräge Durchtrennung des Knochens im proximalen (körpernäheren) Anteil, wobei über die Schraube ohne Verkürzung der distale (körperferne) Knochen wieder in eine anatomische Stellung nach außen gedreht wird. Hier kommen Titanschrauben zu Anwendung, die in den Knochen versenkt werden, so dass sie nicht entfernt werden müssen.
Bild
Bei schwersten Fehlstellungen, die bereits zu arthrotischen Veränderungen als auch Instabilitäten der Basis des Mittelfußknochens zum proximalen cuneiforme 1-Knochen geführt haben, besteht die einzige Möglichkeit, die sowohl Fehlstellung als auch die Instabilität oder die Arthrose zu beheben, in einer Versteifung in Kombination einer Achsenkorrektur (Lapidus-Operation). Hierbei wird die Funktion des Vorfußes durch die Versteifung in keiner Weise beeinträchtigt. Vielmehr werden gerade durch die Wiederherstellung der anatomisch korrekten Achsen durch den zusätzlichen Stabilitätsgewinn erhebliche Beschwerden abgestellt.
Weiterhin entscheidend für die kosmetisch schöne Ausrichtung ist sowohl die Wiederherstellung der anatomischen Verhältnisse der Sesambeine als auch der 1. Zehe.
Hierbei werden Weichteilraffungen durchgeführt, um die Sesambeine wieder unter das Mittelfußköpfchen zu fixieren. Des Weiteren muss in einzelnen Fällen bei starken Abweichungen der Zehe nach außen ein kleiner Knochenspan entfernt werden, um somit wieder eine völlig gerade Zehe herzustellen.
Alle Patienten werden in einem so genannten Vorfußentlastungsschuh versorgt, von denen es eine große Anzahl entsprechender Modelle gibt. Wir selbst haben eine eigene Weiterentwicklung mit der Firma Albrecht durchgeführt, die im Gegensatz zu allen anderen Schuhen sowohl eine Fußbettung, als auch eine Redressierung der Großzehe und der kleinen Zehe zur Erhaltung der guten postoperativen Stellung beinhaltet.
Des Weiteren ist dieser Entlastungsschuh der einzige, der eine auswechselbare Sohle hat, so dass er nach vier Wochen der Entlastung mit einer weiteren Sohle bei noch geschwollenen Zuständen des Vorfußes ohne eine Entlastungssohle angewendet werden kann. (Bild)

