Knorpel-Chirurgie, Arthrose

 

Mit zunehmendem Alter nimmt die Qualität des Gelenkknorpels am Hüftgelenk durch degenerative Prozesse ab. Die Beschwerden äußern sich klassischerweise in der Anfangsphase durch belastungsabhängige Schmerzen, die vorwiegend nach längerer Belastung auftreten. In diesem Stadium stehen eine Fülle konservativer Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, die u.a. eine ausgewogene Ernährung, spezielle sportliche Aktivitäten und abgestimmte medikamentöse Behandlungen beinhalten. Bei zunehmenden Beschwerden, die die patientenindividuelle Lebensqualität beeinträchtigen (Ruheschmerzen, Nachtschmerzen, etc.), sind weiterführende operative Therapiemaßnahmen indiziert.
Abhängig von der Ausdehnung des Knorpelschadens bieten sich verschiedene operative Behandlungsmöglichkeiten an. Bei tiefen Defekten, die lokalisiert den Gelenkknorpel pfannenseitig oder am Femurkopf betreffen, wird vielfach eine Mikrofrakturierung durchgeführt, bei der geschädigter Knorpel entfernt und der darunter befindliche Knochen eröffnet wird. Die aus dem Knochen austretende Blut und Stammzelle bilden dann im Verlauf einen Ersatzknorpel in dem ehemaligen Defekt, der eine erneute Belastung des Gelenkes ermöglicht. Vielfach werden bei einer Mikrofrakturierung die Defekte mit einer Kollagenmembran gedeckt (AMIC, Matrix Assoziierte Chondroneogenese), die ein Wegschwemmen der eingewanderten Blutzellen und Stammzellen verhindert.

Abb. 1: Sphäroide zur Implantation bei einem Knorpeldefekt 

  

Eine weitere vielversprechende Methodik ist die ACT der 3. Generation (Autologe Chondrocyten Transplantation, Sphäroide der Firma Codon), bei der bei einem ersten operativen Eingriff die körpereigenen Knorpelzellen (Chondrozyten) arthroskopisch entnommen werden. In einem aufwendigen Verfahren werden dann die Knorpelzellen über eine definierte Zeit angezüchtet und 3-dimensionale Kügelchen (Sphäroide) hergestellt, die etwa 200.000 Knorpelzellen enthalten und einen Durchmesser von 0,5-0,7 mm haben. Diese werden dann in einem zweiten operativen Eingriff in den Knorpeldefekt eingebracht. Eine weitere Besonderheit dieses Verfahren ist, dass die Vermehrung der Knorpelzellen und die Herstellung der Sphäroide ausschließlich mit patienteneigenen Blutserum durchgeführt wird. Dadurch werden Fremdreaktionen oder Nebenwirkungen vermieden.
Bei diesem Verfahren sollte im Vorfeld die Kostenübernahme durch den Kostenträger abgeklärt werden.

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Zentrum für Hüft-, Knie- und
Fußchirurgie, Sporttraumatologie

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