MTP-Prothese
Die Arthrose im Großzehengrundgelenk (Hallux rigidus) führt zu massiven Schmerzen und Einsteifungen im Großzehengelenk.
Radiologische Darstellung einer arthrotischen Veränderung im Großzehengrundgelenk
Die Behandlungsoptionen waren in der Regel die Versteifung, wobei danach aus funktionellen Gründen der Abrollvorgang nicht mehr möglich war.
Dieses hatte besonders für Frauen den Nachteil, dass sie in der Auswahl ihrer Schuhe absolut limitiert waren.
Großzehengrundgelenksprothesen bestehen schon seit Jahren, hatten aber bislang erhebliche Nachteile.
Die sogenannten Silastik-Prothesen (eine Form der Plastikprothese) hatten erhebliche Fremdkörperreaktionen, so dass sie zu Lockerungen mit großen Knochenresorptionen führten. Andere Prothesen waren vom Design nicht geeignet, den Kräften die beim Abrollen auftreten, dauerhaft zu widerstehen, so dass es frühzeitig zu Lockerungen kam. Auch modernere Formen mit Keramik können aufgrund der Designschwäche mittelfristig diese Arbeit nicht leisten.
Im Rahmen einer internationalen Arbeitsgruppe wurde von Herrn Prof. Dr. Thermann mit der Firma New Deal in einem Zeitraum von 1 1/2 Jahren eine vollständig neuartige Prothese des Großzehengrundgelenkes entwickelt.
Der Unterschied zu den herkömmlichen Prothesen ist, dass die jetzige Prothese entsprechend der Knieendoprothetik einem Oberflächenersatz entspricht, die besser eine Verteilung der hohen Kräfte, wie beim Gehen auf die Prothese in den Knochen verteilt.
Die Prothese ist jetzt in Einzelfällen schon eingesetzt worden. Die ersten Ergebnisse sind hoffnungsvoll. Man muss natürlich den weiteren Verlauf und vor allem Langzeitergebnisse abwarten.
Nun wurden die ersten Ergebnisse der neuen Großzehengrundgelenks-Prothese analysiert. Die ersten Ergebnisse der internationalen Arbeitsgruppe zeigen ein ausgezeichnetes Press-Fit bei der Implantation, sowie eine sehr gute Funktion.
Die MTP-Prothese nach Implantation in vivo.
Mittelfristig wird auch bei zunehmender Verbesserung der Technik der Implantation, und der Weichteilbalancierung dieser steifen Gelenke die Prothese zumindest bei Patienten, die nicht mehr maximale Belastungsaktivitäten durchführen wollen, als der Standard erscheinen.

