Oberes Sprunggelenk
Arthroskopisches Debridement / Lavage
Narbenbildungen nach Sprunggelenksbrüchen oder Bandrissen, aber auch nach einfachen Sprunggelenksverrenkungen können zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im oberen Sprunggelenk führen.
Besonders im Gelenk zwischen Außenknöchel und Sprungbein aber auch zwischen Innenknöchel und Sprungbein führen diese Narbenstränge zu einem Engpasssyndrom ( Impingement).
Durch einen arthroskopischen Eingriff können diese Narben mit feinen rotierenden Messern und Beißzangen problemlos entfernt werden, ohne das Sprunggelenk durch einen großen Schnitt zu eröffnen. Kleine Knorpelschäden können in der gleichen Operation mit behoben werden.
Dies bedeutet eine deutlich verkürzte Rehabilitationszeit mit frühzeitiger Wiederaufnahme der beruflichen und sportlichen Aktivitäten und verhindert eine Arthrosebildung durch Bewegungseinschränkung.
Bei vielen Sportlern kommt es im Laufe der Jahr(zehnte) zu knöchernen Ausziehungen im Bereich der Unterschenkelknochenvorderkante, welche das Hochziehen (Dorsalextension) des Fußes schmerzhaft behindert (z.B. Treppensteigen, Bergauflaufen.) Medizinisch spricht man von einem "anterioren Impingement". Mittels kleiner Kugelfräsen können diese Knochenvorsprünge arthroskopisch entfernt werden und damit die alte schmerzfreie Beweglichkeit im Sprunggelenk wiederhergestellt werden.
Mikrofrakturierung
Umschriebene Knorpelschäden treten im Sprunggelenk als Folge von Unfällen (z.B. Brüchen, Bänderrissen) oder aber auch auf Grund von Durchblutungsstörungen (Osteochondrosis dissecans) des Knorpels auf.
Eine umschriebene Knorpelzerstörung führt unbehandelt zu einer Ausweitung, die in eine vollständige Arthrose des Sprunggelenks übergeht. Wie schon bei der Arthrosebehandlung des Kniegelenks beschrieben, können auch im Sprunggelenk mit Hilfe einer spitz zulaufenden Ahle kleine Löcher (vergleichbar einem Schachbrettmuster) in den Knochen unter der fehlenden Knorpelschicht eingebracht werden.
In der Folge kommt es zu einer Blutung aus dem Knochen. Blutstammzellen haften an der Stelle der Mikrofrakturierung an (Superclot). Unter Entlastung des oberen Sprunggelenks (8 Wochen) und Bewegung mittels Motorschiene (CPM= continous passive motion) differenzieren sich diese Blutstammzellen nach einigen Monaten zu Faserknorpel und füllen dadurch den Knorpeldefekt auf. Dies ermöglicht dem Patienten Schmerzfreiheit bei normaler Belastbarkeit.
In einer prospektiven Studie konnten wir in 5 Jahresuntersuchungen feststellen, dass die Methode in 90% zu guten und sehr guten Ergebnissen führt (Literatur). Der Knorpelschaden sollte jedoch nicht größer sein als 1 x 1 cm.
Arthroskopische Darstellung eines viertgradigen Knorpelschadens am Talus
Einbringen kleiner Löcher mit Hilfe einer speziellen Ahle
Z.n. Mikrofrakturierung am Talus
Bildung eines sogenannten Super-Clots
Knorpel-Knochen Transplantation
Eine Knorpel-Knochen Transplantation des oberen Sprunggelenkes kommt konzeptionell zur Anwendung, wenn mit einer Mikrofrakturierung kein Erfolg erzielt werden konnte oder wenn sich zudem unter dem Knorpel Zysten gebildet haben sollte.
Prinzipiell besteht die Indikation zur Knorpel-Knochen Transplantation auch bei primären Zuständen mit Knorpelläsionen und cystischem Untergrund.
Der Nachteil der Knorpel-Knochen Transplantation besteht darin, dass die Transplantate aus einem gesunden Kniegelenk entnommen werden müssen. Dies bedingt das Risiko von schmerzhaften Veränderungen im Bereich der Entnahmestelle des Kniegelenks. Unsere Philosophie ist daher extreme Zurückhaltung mit der Entnahme von Knorpel-Knochen Transplantaten für das Sprunggelenk aus dem Knie.
Insgesamt besteht in der wissenschaftlichen Auswertung immer noch das große Problem darin, dass wir keine Langzeituntersuchungen von mehr als 2 Jahren über symptomatische Beschwerden im Bereich des Kniegelenkes haben.
Wir sehen gerade aufgrund unserer Knorpelzell- und Matrixtransplantation nur noch in Einzelfällen eine Indikation, da die Nachteile überwiegen!
Knorpel-Knochen Transplantation-Messung des osteochondralen Defektes
Knorpel-Knochen Transplantation-Darstellung des osteochondralen Defektes
Knorpel-Knochen Transplantation-Entnahme eines osteochondralen Zylinders aus dem Kniegelenk
Knorpel-Knochen Transplantation-Auffüllen des osteochondralen Defektes mittels des entnommenen Knochenzylinders
Chondrozytentransplantation
Die Chondrozytentransplantation wurde durch ein schwedisches Forscherteam entwickelt.
Aus einem nicht belasteten Areal des Gelenkes wird bei einer Arthroskopie ein kleines Stück Knorpel entnommen. Anschließend wird es mit einem Spezialverfahren von seinen Fasern befreit und die nun frei gewordenen Knorpelzellen sozusagen im Reagenzglas durch Züchtung vermehrt. Etwa nach drei bis sechs Wochen wird in einem offenen Verfahren der Knorpeldefekt zunächst mit einer Knochenhaut übernäht. In die daraus resultierende Tasche werden die gezüchteten Knorpelzellen injiziert. Im Verlaufe von einigen Monaten entsteht hieraus ein neuer Knorpel, der weitgehend dem natürlichen Knorpel entspricht.
Erst wenige Zentren der Welt haben Erfahrungen mit dieser Methode am Sprunggelenk.
Chondrozytentransplantation-Darstellung des osteochondralen Defektes
Chondrozytentransplantation-Messung des osteochondralen Defektes
Chondrozytentransplantation-Positionierung eines selbsthaftenden Flies im osteochondralen Defekt
Die autologe Chondrozytentransplantation mit einem Periostlappen so wie sie im Knie angewendet wurde, hat auf Grund der anatomischen Gegebenheiten im Sprunggelenk keinen Erfolg gehabt. Der Knorpel des Sprungbeins (Talus) ist so dünn, dass ein Periostlappen nicht aufgenäht werden kann.
Deshalb verfolgen wir als eine der ersten Kliniken überhaupt die Anwendung von matrixinduzierten Chondrozytentransplantationen. Man kann sich diese Technik in etwa so vorstellen, dass Chondrozyten in einer Art Teppich (Matrix) aufbereitet werden. Dieser Teppich kann dann in den Defekt des Sprungbeins gelegt werden.
Seit dem Jahr 2000 wird diese Methode von uns angewendet und bislang zeigen sich nur gute bis sehr gute Ergebnisse.
Es muss jedoch nüchtern bemerkt werden, dass wir uns noch in der Entwicklungsphase befinden, in der aber schon jetzt zu erkennen ist, dass hier gerade bei Knorpelschäden des Sprunggelenkes und / oder anderer Gelenken, ein hohes Potenzial für deutliche therapeutische Verbesserungen liegt.
Seit 2007 können wir auch (als erste Klinik weltweit) am oberen Sprunggelenk Knorpelzelltransplantationen rein arthroskopisch durchführen. Mit den Codon®-Sphäroiden werden die Knorpelzellen mit einer Pipette "ausgesät". Da auch diese sehr &&.Methode in der klinischen Überprüfung ist, beschränken wir sie zum jetzigen Zeitpunkt auf sehr junge Patienten und Leistungssportler.

