Sprunggelenksbrüche (Frakturen)
Sprunggelenksbrüche sind die häufigsten Brüche der unteren Extremität, welche besonders beim älteren Menschen auftreten. Nicht alle Sprunggelenksbrüche müssen operativ behandelt werden. Entscheidendes Kriterium für ein konservatives Vorgehen ist die Verschiebung der Bruchenden und die Stabilität des Gelenkes in der klinischen Prüfung. Bei einem minimal verschobenen stabilen Sprunggelenksbruch führen wir eine "funktionelle" Behandlung im Adimed-Therapieschuh (Adipromed) durch, wobei der Patient schon nach Abschwellen der Weichteile in der Regel eine Vollbelastung durchführen kann, was nur eine kurzfristige Arbeitsunfähigkeit bedeutet. (siehe Abb 58 und 59)
Nach neueren wissenschaftlichen Untersuchungen können auch Sprunggelenksbrüche primär zu Knorpelschäden führen. Von daher führen wir bei der Versorgung von Sprunggelenksbrüchen zusätzlich immer eine Sprunggelenksarthroskopie durch. Dieses hat zum einen den Vorteil, dass durch das Ausspülen des Gelenks die Narbenbildung deutlich geringer ist, die Schwellung frühzeitiger nachlässt und damit auch die Schmerzen. Zum anderen können wir dann auch hier Knorpelschäden rechtzeitig erkennen und mit Hilfe von Mikrofrakturierung und zusätzlichem Einsatz eines Kollagenflies (Chondrogide) den verletzten Knorpel wieder ersetzen, um somit eine sich sicher ausbildenden Arthrose zu vermeiden
Des Weiteren wird in jedem Fall bei der Entfernung der Platte nochmals eine Kontrollarthroskopie durchgeführt, um evtl. neu aufgetretene Knorpelschäden anzugehen.

